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Hello again! Themenabend für die Wiederaufnahme der Besuchsdienste

Die Diözesanarbeitsgemeinschaft Besuchsdienste hat ein Impulspapier für die Besuchsdienstarbeit herausgegeben. Denn nach einer langen Zäsur ist es jetzt möglich, dass unter Beachtung bestimmter Regeln, die Besuchdienstarbeit der Gemeinden wieder aufgenommen werden kann.

Im Dekanat Kassel-Hofgeismar nehmen die Klinikseelsorge, das Bildungsforum Sankt Michael und der Caritasverband Nordhessen-Kassel das Impulspapier zum Anlass, einen Themenabend für die Besuchsdienste zu veranstalten:

  • Donnerstag, 7. Oktober 2021, 18:00 Uhr
    im Pfaarsaal Herz Mariä, Ahnatalstraße 29, 34128 Kassel

Dazu sind haupt- und ehrenamtliche Besuchsdienste der Gemeinden, Krankenhäuser, der Alten- und Pflegeheime herzlich eingeladen. Es geht um Austausch der Erfahrungen in der Pandemie und die Frage, wie Besuche unter den zu beachtenden Vorsichtsmaßnahmen gestaltet und organisiert werden können. So müssen die Engagierten in den Besuchsdiensten für sich prüfen, unter welchen Voraussetzungen persönlicher Kontakt für sie möglich ist. Genauso gilt das für die Besuchten. Vor dem Besuch ist also immer ein Austausch nötig, unter welchen Bedingungen Besuch angenehm und ohne Verunsicherung gestaltet werden kann.

Persönliche Begegnung tut gut
"Nach einer langen Zeit der physischen Distanz merken wir, wie gut persönliche Begegnung tut und wollen dazu ermutigen, die Besuchsdienste mit den notwendigen Vorkehrungen und Vorgaben wieder aufzunehmen. Hello again ... wir freuen uns über Ihr Kommen!" sagen Regina Gries, die Leiterin der Katholischen Klinikseelsorge Kassel, Christian Pieper vom Bildungforum Sankt Michael und ebenfalls Mitglied im Team der Klinikseelsorge, und Sebastian Wolf vom Fachdienst Gemeindecaritas.

Anmeldung
Um Anmeldung bis zum 30.09.2021 wird gebeten:
Telefon  0561/7004-222
E-Mail  sebastian-wolf@caritas-kassel.de

Ehrung für 26-jährige ehrenamtliche Tätigkeit im Justizvollzug

Ehrung für 26-jährige ehrenamtliche Tätigkeit:
Abteilungsleiter Gerhard Vogl, Susanne Hold,
Anstaltsleiter Jörg-Uwe Meister (v.l.)
Foto: Dietrich Fröba

 

Susanne Hold unterrichtet Berufsschülerinnen und Berufsschüler an der Herwig-Blankertz-Schule Hofgeismar im Fach Religion. Nun ist es 26 Jahre her, dass ihre Lehrerkollegin sie einmal in die Justizvollzugsanstalt Kassel I mitnahm, um dort etwas von den Menschen und ihren Lebensumständen zu erfahren. Während der Feierstunde zu ihrem Jubiläumstag erinnert sich Susanne Hold: „Heute kann ich sagen, dies war damals eine äußerst glückliche Fügung. Denn genauso hätte mich meine Kollegin auch ganz woanders hin einladen können.“

Wertschätzung und das Vertrauen
Der Behördenleiter Jörg-Uwe Meister skizziert in seinem Grußwort ihren Werdegang in der Anstalt und hebt die Wertschätzung und das Vertrauen, das ihr von allen Seiten in der Anstalt entgegengebracht wird, hervor. Das hört sich nicht viel anders an als bei einem Dienstjubiläum im Kreis der Bediensteten. Nur geht es hier einzig um Ehrenamtsarbeit.

Ehrenamt im Justizvollzug
Von Anfang an begleitet und leitet Susanne Hold in der Anstalt den „Katholischen Arbeitskreis“. Das ist eine Gesprächsgruppe, zu der Inhaftierte jede Woche zusammenkommen. „Die gemeinsame Zeit und das Zusammensein mit Susanne Hold tun gut.“ Das betonen alle, die in der Gruppe dabei sind. Für sie spricht Mark R. das Grußwort und charakterisiert die Jubilarin mit markanten Stichworten: „Leitend, lehrend, zuhörend, führend - kurz: eine Autorität im besten Sinn.“ Susanne Hold engagiert sich in der Ehrenamtsarbeit nicht nur in der Justizvollzugsanstalt Kassel I, sondern ebenso auf Landesebene. Selbst zum Justizvollzug in Niedersachsen knüpft sie Verbindungen.

Jenseits von Konfessionen
Niemand kommt so schnell darauf, dass die Leiterin des „Katholischen Arbeitskreises“ an der Schule evangelische Religionslehrerin ist. Dechant Pfr. Martin Gies, der als Vertreter des Bischofs von Fulda an der Feierstunde teilnimmt, greift dies auf: „Unabhängig von der Konfession wird im Engagement der Jubilarin der gemeinsame Auftrag handgreiflich. Sie sorgt sich um die Menschen. Sie sieht ins Herz. Sie kümmert sich nicht um die Brüche im Leben. So entsteht ein glaubhaftes Zeugnis dafür, dass Gott den Menschen nahe ist.“

Elisabeth-Medaille
So überreicht Dechant Martin Gies Susanne Hold die Elisabeth-Medaille des Bistums Fulda. Sie ist die höchste Auszeichnung für Menschen, die sich in den Pfarrgemeinden vor Ort in besonders herausragender Weise ehrenamtlich engagieren. Susanne Hold ermöglicht wie die weiteren ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die für den Justizvollzug so wichtige Verbindung in die Gesellschaft hinein.

Die Familienbildungsstätte Kassel sucht ...

Für das Eltern-Kind-Turnen und die Nähkurse, die nach den Herbstferien starten, sucht die katholische Familienbildungsstätte Kassel qualifizierte und emphatische Kursleiter/innen:

Kinder in Bewegung
Die Kurse finden am Montagnachmittag um 15:00 Uhr und 16:00 Uhr für jeweils eine Stunde in unserer 110 qm großen Turnhalle statt. Es stehen viele Materialien zur Verfügung, um die motorischen Fähigkeiten der 1- bis 5-Jährigen zu fördern. Neben der Ansprache der Kinder ist uns auch ein offenes Ohr für die Fragen der Eltern wichtig.

Nähkurse
Die Kurse finden am Dienstag um 18:00 Uhr und Donnerstag um 19:00 Uhr, jeweils für 2,5 Stunden statt. Gerne würde die Familienbildungsstätte auch einen Kurs am Donnerstagvormittag einrichten. Es steht ein gut ausgestatteter Nähraum zur Verfügung. Das Nähkurs-Angebot richtet sich sowohl an Anfänger/innen als auch an Fortgeschrittene.

  • Die Übungsleiterlizenz kann auch noch während des laufenden Kurses erworben werden.
  • Die Bewerber/innen müssen nicht katholisch sein, um in der Familienbildungsstätte Kassel tätig werden zuu können.
  • Die verwaltungstechnischen Aufgaben erledigt das Büro.
  • Eine Parkmöglichkeit ist in der hauseigenen Tiefgarage gegen geringes Entgelt auch gegeben.

Wenn Sie sich angesprochen fühlen, einen oder sogar mehrere Kurse zu leiten, zögern Sie nicht, Kontakt mit der FBS Kassel aufzunehmen:

Katholische Familienbildungsstätte Kassel
Die Freiheit 2
34117 Kassel
Telefon (0561) 7004-111
Internet www.fbs-kassel.de

Ökumenisches StadtPilgern in der Interkulturellen Woche

Eine besondere Annäherung an Kassel und seine Südstadt bietet das StadtPilgern. „Wir be-gehen den Stadtteil auf besondere Weise: indem wir 'Orte des Miteinanders' aufsuchen“, sagt Pastoralreferentin Beatrix Ahr: „Wir gehen dorthin, wo sich jung und alt, fremd und heimisch, gehandicapt und fürsorgend, Einfachheit, Kreativität und Kunst begegnen. So lernen wir die Südstadt aus dem Blickwinkel des Miteinanders kennen.“

Beispielhaft fünf Stationen in der Südstadt:
Beim „StadtPilgern“ am 1. Oktober werden beispielhaft fünf Orte des Miteinanders in Kassels Südstadt besucht.

  • Start: 17.00 Uhr Treffen am Gottesdienstplatz in der Karlsaue
  • ca. 17:35 Uhr Kunsthochschule (Menzelstr. 13-15)
  • ca. 18:05 Uhr Nachbarschaftstreff Hand in Hand e.V. (Mentzelstr. 14)
  • ca. 18:40 Uhr Suchtberatung der Diakonie (Frankfurter Str. 78a)
  • ca. 19:15 Uhr Café Zuflucht (ebd.)

Informieren, Beten, Segnen
An jedem Ort wird über die Angebote informiert. Ein Gebet für die Einrichtungen und ein Segen für die Mitarbeitenden beschließt den Besuch. „Wir freuen uns, wenn Sie mit dabei sind!“ laden die kirchlichen Organisatoren herzlich dazu ein.

Es gibt auch die Möglichkeit, unterwegs dazuzukommen - ungefähr zu den angegebenen Uhrzeiten.

Ausklang:
19:30 Uhr vor dem Café Zuflucht (Frankfurter Str. 78a)

In ökumenischer Gestaltung von:
Diakonisches Werk Region Kassel
Evangelische Jugend Kassel
Ev. Kirchengemeinde Kassel-Südstadt
Katholische Kirche Kassel

Corona-Hinweis:
Die Veranstaltung wird unter Beachtung der Hygiene- und Abstandsregeln durchgeführt.

Hintergrund: Interkulturelle Woche
Das „StadtPilgern“ findet im Rahmen der bundesweit jährlich stattfindenden Interkulturellen Woche (IKW) statt. Die IKW ist eine Initiative der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie. Sie findet seit 1975 in der Regel Ende September statt – auch in diesem Jahr unter Corona-Bedingungen in Kassel.

FÜNF WORTE :: der neue Videoimpuls in der Reihe SAMSTAGS-17

Präsenz von Maria 2.0 Kassel bei der Ehrung von Elisabeth Selbert
am 21.09.2021 in Kassel. Foto: privat

„Männer und Frauen sind gleichberechtigt.“ Auf diese fünf Worte der deutschen Verfassung können sich Frauen seit über 70 Jahren in Deutschland berufen. Die Kasselerin Elisabeth Selbert hat sie mit ihrem Wissen, mit Energie und Unerschrockenheit erkämpft. Pastoralreferentin Beatrix Ahr fühlt sich dadurch bestärkt, so sagt sie im neuen SAMSTAGS-17-Impuls, für Gleichberechtigung in unserer Kirche zu streiten.

Der Video-Impuls Nr. 80 kommt aus Sankt Laurentius in Kassels Stadtteil Philippinenhof-Warteberg. "Fünf Worte" ist ab Samstag, 25. September, diesmal erst ab 22 Uhr Uhr zu sehen, musikalisch gestaltet von Regionalkantor Thomas Pieper mit Orgelmusik von Gustav Adolph Merkel.

Regionalhaus Adolph Kolping weiterhin geschlossen - alles an zwei anderen Standorten

Eingang des Regionalhauses Adolph-Kolping
in der aktuellen Umbauphase.
 

Das Regionalhaus Adolph Kolping ist vom 12. Juli bis voraussichtlich 25. Oktober 2021 für Besucher/innen geschlossen. Im Rahmen der Sanierung von Lüftungs-, Heizungs- und Elektroleitungen und der damit verbundenen Erneuerung des Brandschutzes muss der Dienstbetrieb für etwa zwei Monate verlagert werden.

Alle Einrichtungen und Dienststtellen sind in die Werner-Hilpert-Str. 2 (Gebäude Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorger) gezogen und dort erreichbar.

Ausnahme: Die Ehe, Familien und Lebensberatung hat jetzt ihren zeitweiligen Standort in der Wolfhager Str. 431 (Supervisionspraxis Bernd Schaller).

Einzig die Buchhandlung St. Elisabeth im Regionalhaus ist weiterhin geöffnet und kann über den neuen Seiteneingang direkt von der Straße Die Freiheit 2 betreten werden. Das Team der Buchhandlung freut sich über Besuch!

Alle Telefonnummern und E-Mail-Adressen bleiben unverändert nutzbar. Auch die Post kann weiterhin an die bekannte Adresse "Die Freiheit 2, 34117 Kassel" gesendet werden; sie wird dann in die entsprechende Ausweichquartiere gebracht.

Einführung von Martin Gies und Thomas Meyer als Pfarrer der katholischen Pfarrei St. Antonius von Padua

Thomas Meyer, Martin Gies (v.l.n.r.)
Foto: Yvonne Sophie Thöne
 

Es ist ein Neuanfang der besonderen Art in Kassels katholischer Kirche: Dechant Martin Gies, bis vor kurzem Pfarrer der Pfarrkuratien Heilig-Kreuz in Ihringshausen und St. Wigbert in Reinhardshagen, und Klinikseelsorger Thomas Meyer wechseln gemeinsam ins Pfarramt der erst seit 2019 bestehenden Pfarrei Sankt Antonius von Padua. Die Einführung in ihr neues Amt wird mit Gottesdiensten am 25. und 26. September an den jeweiligen Kirchorten gefeiert:
Samstag, 17:00 Uhr: St. Johannes Bosco, Lohfelden;
Sonntag, 9:45 Uhr: St. Heinrich, Oberkaufungen;
Sonntag, 14:00 Uhr: St. Andreas, Waldau.
An der Einführung in St. Andreas nimmt Dr. Florian Böth als Vertreter des Bistums Fulda teil.
Alle sind herzlich eingeladen; um Anmeldung unter Telefon 0561 512670 wird gebeten.

Gemeinsame Wege
Mitte August hatte sich die Ordensgemeinschaft der Salesianer Don Boscos (SDB) aus der Pfarrseelsorge in Kassel-Ost zurückgezogen und die Patres Piotr Polkowski und Dr. Jacek Pajewski die Pfarrei verlassen. Eine fast 90jährige Geschichte ging damit zu Ende. Die Nachfolger kommen aus der Stadt selbst: Dechant Martin Gies (60) und Klinikpfarrer Thomas Meyer (59). Beide kennen sich seit ihrer Priesterausbildung in den 1980er Jahren in Fulda. „Uns verbindet eine tiefe Freundschaft. Der gegenseitige Austausch in religiösen Fragen und gemeinsame Gebetszeiten sind für uns bereichernd und stärkend“, sagt Martin Gies. Für Thomas Meyer, der 2010 ein zusätzliches Studium der Psychologie abschloss, war die Perspektive, „gemeinsam in einem Pfarrhaus zu leben und zusammenarbeiten zu können, eine starke Motivation, sich für die Pfarrei St. Antonius zu bewerben.

Von der Krise zu einer Vertiefung des Glaubens
Die Aufarbeitung der Fälle sexuellen Missbrauchs, die Vertrauenskrise, in die die Katholische Kirche dadurch geraten ist, die vielen offenen Fragen an Gleichberechtigung, Priesterbild und Kirchenreform prägen für Gies und Meyer die derzeitigen Rahmenbedingungen ihrer Arbeit. Auch die Folgen der Coronavirus-Pandemie sind beispiellos für die Kirchen: Die lebenssichernde Distanz macht eine lebendige Gemeinschaft vor Ort sehr schwer. Die Haltung der beiden Priester wird für Thomas Meyer in einem Buchtitel des bekannten tschechischen Theologen und Soziologen Tomáš Halík deutlich: „Die Zeit der leeren Kirchen: von der Krise zu einer Vertiefung unseres Glaubens. – Wir wollen Wege mit den Menschen in diesen 'Abstandszeiten' gehen, die uns auf anderen Kommunikationswegen ermöglichen, zu mehr innerer Nähe zu finden.“

Neuanfang
Darauf, diese Wege mit dem für sie neuen Pfarrteam und den Gemeindemitgliedern in der Pfarrei St. Antonius von Padua zu beschreiten, freuen sich Martin Gies und Thomas Meyer Jede Pfarrei, jeder Kirch-Ort ist wie ein lebendiger Organismus. Für beide gehört es zu ihrem Selbstverständnis, Menschen in ihren jeweiligen Lebenssituationen, in ihren Leiden und mit ihren Hoffnungen wahrzunehmen: „Miteinander unterwegs zu sein als Schwestern und Brüder in Christus, die Charismen gut aufeinander abzustimmen, damit sie uns allen zum Leben helfen: das sind die bestimmenden Richtungspfeile für unsere ersten Schritte in der neuen Pfarrei.“

Abschied nehmen
Aber auch Abschied nehmen ist angesagt. Martin Gies, der Dechant des Dekanats Kassel-Hofgeismar ist und bleibt, wird die vertraute, über Jahre gewachsene Gemeinschaft mit vielen seiner Gemeinde und die ermutigende ökumenische Zusammenarbeit in Fuldatal und in Reinhardshagen vermissen. „Ich habe Anteil genommen an vielen Entwicklungen, Freuden, aber auch Sorgen in den Familien. Mit vielen aus der Gemeinde fühle ich mich herzlich verbunden.“ so Gies. Für Klinikpfarrer Thomas Meyer ist die Arbeitsgemeinschaft der Klinikseelsorgerinnen und Klinikseelsorger Kassel und des ökumenischen Teams am Klinikum Kassel immer ein Ort der einfühlsamen, achtsamen und vertrauensbildenden Kommunikation gewesen: „Ich nehme auch Abschied von existentiell und spirituell sehr dichten und intensiven Begegnungen mit Patienten*innen, ihren Angehörigen, den Ärzte*innen  und Mitarbeiter*innen der Pflege und vielen anderen Mitarbeitenden im Bezugsrahmen Krankhaus.“

Geduldig, gütig, mutig
Für Martin Gies und Thomas Meyer ist es ein gutes Gefühl, als Seelsorger in der Pfarrei St. Antonius von Padua neu anzufangen. „Wir kommen mit der Hoffnung, dass wir durch unsere Lebenserfahrung und unsere seelsorgliche Erfahrung vertrauensvoll auf die Menschen zugehen können. Geduldig, gütig, mutig wollen wir umsetzen, was uns gemeinsam am Herzen liegt.“ Beide setzen auf die Erfahrung und die Kompetenz der Menschen vor Ort: „Denn nur über die Wertschätzung der Begabungen und Talente kann man neues Vertrauen fördern.“ Formal gesehen wird Martin Gies leitender Pfarrer der Pfarrei St. Antonius von Padua. In der Praxis werden sie gleichberechtigt die Verantwortung teilen.

 
Hintergrund:

St. Antonius von Padua
Die Pfarrei St. Antonius von Padua, die sich in Ostteil der Stadt Kassel über die Stadtgrenzen hinaus erstreckt, wurde am 1. Januar 2019 gegründet. Sie setzt sich aus den früheren Kirchengemeinden St. Andreas (Kassel-Waldau), St. Kunigundis (Kassel-Bettenhausen), St. Heinrich (Kaufungen) und St. Johannes Bosco (Lohfelden) zusammen. 1935 begannen die Salesianer Don Boscos in St. Kunigundis mit ihrem seelsorgerischen Engagement. St. Antonius von Padua zählt ca. 10.000 Mitglieder.

Zur Person: Martin Gies
1980 trat Martin Gies, geboren 1961 in Fulda, ins Priesterseminar in Fulda ein und begann ein Theologiestudium. Aufgrund persönlicher Fragen kehrte er nach den beiden Freisemestern in München nicht nach Fulda zurück, sondern schloss an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz sein Studium 1987 mit dem Diplom ab. Da Erzbischof Johannes Dyba dem Einsatz von Diplomtheologen ablehnend gegenüberstand und Gies in keinem anderen Bistum als Theologe arbeiten wollte, schulte er zum Buch- und Kunsthändler um. Er arbeitete fast zehn Jahre als Buchhändler und war zuletzt Geschäftsführer einer Buchhandlung. Immer wieder spürte Martin Gies jedoch, dass die Theologie und das kirchliche Leben ein Lebensschwerpunkt für ihn darstellen. Deshalb kandidierte er 1997 erneut für das Priesteramt im Bistum Fulda und wurde im Juni 1999 durch Erzbischof Johannes Dyba zum Priester geweiht. Er kam dann als Kaplan in die Kirchengemeinde St. Marien am Bebelplatz in Kassel und wurde im August 2002 als Pfarrer in der Pfarrkuratie Heilig-Kreuz in Ihringshausen eingeführt. 2010 übernahm er zusätzlich als Administrator die Seelsorge der Pfarrkuratie St. Wigbert in Reinhardshagen. Seit 1. Dezember 2020 ist Martin Gies zudem Dechant des Dekanats Kassel-Hofgeismar.

Zur Person: Thomas Meyer
1980 trat Thomas Meyer, geboren 1961 in Hofgeismar, ins Priesterseminar in Fulda ein und wurde 1986 geweiht. Als Diakon wirkte er in der Pfarrei St. Peter und Paul in Eichenzell. Die Zeit als Kaplan verbrachte er in der Pfarrei St. Michael in Neuhof.  1990 übernahm er die Seelsorge in der Pfarrei St. Michael, Wüstensachsen in der Rhön. In dieser Zeit war er Militärpfarrer im Nebenamt auf der Wasserkuppe und Diözesanpräses des BDKJ bis zu seiner Freistellung 1997 zur Mitarbeit im Katholischen Evangelisationszentrum Maihingen bis Ende 1999. Nach seiner Rückkehr in die Diözese Fulda im Januar 2000 übernahm er die Aufgabe des Dözesanpräses des Verbandes der Katholischen Frauen (kfd), Fulda. Hinzu kam die Ausbildungsbegleitung der Kapläne bis zum Pfarrexamen. Nach einem Sabbatjahr mit Aufenthalt im Recollectio-Haus Münsterschwarzach wurde er auf eigenen Wunsch auf drei Jahre zum Studium der Psychologie an der der Georg-August-Universität in Göttingen beurlaubt, das er 2010 mit dem Abschluss als Diplompsychologie beendete. 2010 erfolgte die Ernennung zum Klinikpfarrer am Klinikum Kassel, dem Marienkrankenhaus und als Dienstvorgesetzter der AG-Katholische Klinikseelsorge in Kassel. Ebenfalls ist er Suchtbeauftragter der Diözese und Spiritual der Bewerber zum Ständigen Diakonat in Fulda.

Elisabeth Selbert mit Skulptur geehrt - Maria 2.0 Kassel: Engagement für Frauenrechte gestärkt

Foto: privat

Fünf Frauen von Maria 2.0 Kassel zeigten am 21. September um 11.20 Uhr an der Brüderkirche in Kassel Präsenz. Anlass war der Besuch des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier zur Enthüllung einer Skulptur der Künstlerin Karin Bohrmann zu Ehren von Elisabeth Selbert, Kasseler Juristin und Politikerin.

Im Grundgesetz: Gleichberechtigung von Frauen und Männern
"Ihrem Wirken verdanken wir die Verankerung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern im Grundgesetz. Dafür stehen wir hier." sagen die Frauen von Maria 2.0 Kassel. Mit ihren Plakaten erwiesen sie Elisabeth Selberts Kampf um Gleichberechtigung die Ehre. Maria 2.0 sieht sich eingebunden in dieses Engagement für Frauenrechte - gerade innerhalb der katholischen Kirche.
Die anwesende Enkelin Susanne Selbert zeigte sich mit dem Anliegen von Maria 2.0 solidarisch und war über das Fortwirken der Ideen ihrer Großmutter bis in die Gegenwart hinein sehr erfreut.
(mit Textmaterial von Jutta Mersch-Müller, Maria 2.0 Kassel)

Hinweis:

  • Bitte beachten Sie dazu auch den Videoimpuls "Fünf Worte" (25.09., ab 17:00 Uhr) von Beatrix Ahr, Pastoralreferentin und Maria 2.0 Kassel-Initiatorin, in der Reihe SAMSTAGS-17 [ ... www.katholische-kirche-kassel.de/impulse ... ]

Für Gleichberechtigung, Gerechtigkeit und Glaubwürdigkeit in der katholischen Kirche

Dringlichste Fragen nach Gerechtigkeit
Mit den Verbrechen des sexuellen und geistlichen Missbrauchs, mit der fehlenden Gleichberechtigung, der lebensfremden und diskriminierende Sexualmoral, der Zölibatsverpflichtung, mit dem Klerikalismus und dem Machtmissbrauch ist übergroßes Leid verbunden. Es „schreit“ für Maria 2.0 geradezu nach der radikalen und grundlegenden Erneuerung der katholischen Kirche. Doch seit Jahren werden die Frauen und Männer von den Bischöfen zur Geduld gemahnt. „Das zermürbt. Die Zeichen der Zeit und die Fragen der Gerechtigkeit sind derart dringlich, dass weiteres Warten keine Option mehr ist", sagt Beatrix Ahr, eine der Sprecherinnen von Maria 2.0 Kassel. Sie weist auf die hohe Zahl der im letzten Jahr aus der Kirche ausgetretenen Katholikinnen und Katholiken hin als nur einem Beispiel für die Krise, in der die katholische Kirche steckt.

Spürbare konkrete Veränderung
„Statt still und statt angenehm: seid laut und seid unbequem!" werden die Frauen auf ihrem Demonstrationsweg rufen. Auch die im Februar veröffentlichen Thesen werden in der Fuldaer Innenstadt zu lauten Forderungen an den vier Stationen, an denen der Demonstrationszug mit Statements, Liedern und Schlachtgesängen haltmacht: gleiche Würde, gleiche Rechte; gemeinsame Verantwortung; respektvoller Umgang; in gelingenden Beziehungen leben. „Heute braucht es spürbare konkrete Veränderung. Wir halten an unserer Vision einer Kirche fest, in der die befreiende Botschaft Jesu gelebt wird, in der Gleichberechtigung, Gerechtigkeit, Glaubwürdigkeit und Liebe - auch in den Strukturen - verwirklicht sind.“, sagen die Organisatorinnen der Demonstration.

Die Farbe Weiß
Frauen und Männer sind eingeladen, einen weißen Schal oder ein weißes Tuch als Erkennungszeichen, Mund-Nasen-Bedeckung mit Regenbogenfarben oder „Maria 2.0“-Beschriftung und Trillerpfeifen, Trommeln u.ä. mitzubringen.

Maria 2.0-Gruppen aus ganz Deutschland
Gemeinsam vorbereitet haben Maria 2.0 Gruppen aus Aschaffenburg, Biebertal, Freiburg, Fulda, Frankfurt, Hamburg, dem Bistum Hildesheim, Kassel, Münster, Nieder-Olm/Bistum Mainz, Paderborn, Rheinland, Würzburg sowie Aktion Lila Stola, KAB Würzburg, KDFB Würzburg und der kfd-Diözesanverband Fulda.

Bei der Demonstration werden die Maria 2.0-Initiativen zudem unterstützt von Pax Christi Fulda-Kassel, Wir sind Kirche e.V. und www.katholischer-klartext.de.

Veranstaltungsdaten:
Start: Fulda, Donnerstag, 23. 09.2021, 16 Uhr
Bahnhofsvorplatz
Demo durch die Stadt
Abschluss: Fulda, Eduard-Schick-Platz neben dem Dom

Corona-Regeln
Es gelten die bekannten Abstands- und Hygieneregeln wie auch geimpft, getestet bzw. genesen.

Internationaler Tag der Schöpfung

Foto: Herbert Haltmeier, Arbon

Erstmals wird der ökumenische Tag der Schöpfung im deutschsprachigen Raum international begangen. Unter dem Motto „Damit Ströme lebendigen Wassers fließen“ begehen die Vertreterinnen und Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) und der Schweiz sowie des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich gemeinsam den Tag. Bischof Meier vertritt dabei die ACK Deutschland. Im Mittelpunkt des Tages stehen das Lob des Schöpfers, die eigene Umkehr angesichts der Zerstörung der Schöpfung und konkrete Schritte zu ihrem Schutz. Bereits am Vormittag hat die Dreiländerfahrt der ACK-Vertreter in Bregenz mit Bischof Dr. Benno Elbs (Feldkirch) begonnen. Am späten Nachmittag feiern die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Gottesdienst mit dem christlich-katholischen Bischof der Schweiz, Harald Rein, in Romanshorn.

Der Heilige Franziskus von Assisi besingt keine Monokultur
Auf der zweiten Etappe trafen sich die ACK-Vertreter zu einem ökumenischen Mittagsgebet auf dem Gelände der Gartenschau in Lindau. In seiner Predigt erinnerte Bischof Meier an das Wasser im Garten Eden und den Sonnengesang des hl. Franz von Assisi. „Franziskus besingt keine Monokultur, er weiß um den Reichtum aller, die ihr Leben aus Gottes Hand empfangen haben“, so Bischof Meier, der gleichzeitig an das Wasser der Taufe erinnerte: „Wenn wir kleine Kinder taufen oder auch als Erwachsene die Taufe empfangen, es geht immer um das Eine: uns reinigen lassen; ein reines, das heißt aufrichtiges, ehrliches Leben führen; klar und transparent sein.“

Wir sind verschwistert sind mit allem, was lebt
Dazu gehöre, den Menschen als Krone der Schöpfung zu würdigen: „Daraus folgt, dass die Würde des Menschen unantastbar und damit zu schützen ist – von der Zeugung bis zum natürlichen Tod.“ Gerade Getaufte schützten das menschliche Leben, so Bischof Meier. „Da wünsche ich mir wieder mehr ökumenischen Schulterschluss. Der Schutz des menschlichen Lebens darf uns aber nicht vergessen lassen, dass die ganze Schöpfung wie eine Familie ist, dass wir verschwistert sind mit allem, was lebt. Das bedeutet: Wo die Schöpfung auf der Strecke bleibt, wird auch der Mensch scheitern.“ Die Zeit, die die Menschheit gerade erlebe und erleide, zeige das. „Wir werden als Menschen nur überleben, wenn wir als Treuhänder die ganze Schöpfung hegen und pflegen. Doch wenn der ‚Garten Gottes‘ krank ist, wird auch der Mensch Schaden nehmen; er wird leiden und sterben“, so Bischof Meier. Dabei ging er konkret auf die Katastrophenlagen ein: „Der durcheinandergeratene Wasserhaushalt zeigt es uns: Überschwemmungen, Flutkatastrophen und extreme Dürre sind Anzeichen dafür, dass das ‚globale Haus‘ nicht mehr im Lot ist.“ Angesichts dieser Krisen wandte sich Bischof Meier ausdrücklich gegen jede Form der Klimaleugnung. Wenn behauptet werde, dass es weder einen Klimawandel noch eine Umweltkatastrophe gebe, sei das mehr als traurig: „Solche Behauptungen entsprechen nicht der Wahrheit. Sie sind Fake News. Lassen wir uns davon nicht blenden! Es geht nicht um Panikmache, sondern um Ehrlichkeit!“

Hintergrund
Im Jahr 1989 lud der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel Dimitrios „die ganze orthodoxe und christliche Welt“ ein, am 1. September „zum Schöpfer der Welt zu beten: mit Dankgebeten für die große Gabe der geschaffenen Welt und mit Bittgebeten für ihren Schutz und für ihre Erlösung“. Die ACK führte den ökumenischen Tag der Schöpfung auf dem zweiten Ökumenischen Kirchentag 2010 in München ein.

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK)
Der 1948 gegründeten Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland gehören 18 Kirchen an. Sieben Kirchen sind Gastmitglieder, fünf ökumenische Organisationen haben Beobachterstatus. Die Mitglieder, Gastmitglieder und Beobachter entsenden Delegierte in die ACK, die zweimal im Jahr zur Mitgliederversammlung zusammenkommen. Alle drei Jahre wählt die Mitgliederversammlung den Vorstand der ACK. Derzeit ist Erzpriester Radu Constantin Miron Vorsitzender. Die Deutsche Bischofskonferenz wird durch Weihbischof Dr. Nikolaus Schwerdtfeger (Hildesheim) vertreten, der beim diesjährigen Schöpfungstag jedoch nicht anwesend sein konnte und von Bischof Dr. Bertram Meier vertreten wurde.

Frauen setzen Zeichen

Die 4. These von Maria 2.0:
Unsere Kirche zeigt eine wertschätzende Haltung und Anerkennung gegenüber selbstbestimmter achtsamer Sexualität und Partnerschaft.

Fotomotiv: Maria 2.0 Kassel
#bunt:leben in gelingenden Beziehungen

Die „Jungen Alten“ starten durch

Patricia Deisel, Leiterin der "Jungen Alten"
steht hier vor den bunten Stofftaschen, die
die Gruppe „Nadel und Faden“ anfertigt.
Foto: Christoph Baumanns
 

„Die Sehnsucht nach Begegnung und Nähe ist riesig.“ sagt Patricia Deisel, die zusammen mit Peter Freund die Caritas-Einrichtung „Wir Jungen Alten“ leitet. Umso glücklicher sind die beiden, dass das sonnengelbe Haus mit den vergissmeinnicht-blauen Fensterläden an der Frankfurter Straße 207 in Kassel nach der langen coronabedingten Pause jetzt wieder öffnen kann. In die Holzwerkstatt ist schon wieder Leben eingekehrt. Die anderen Kreativ-Werkstätten und die Gruppe „Nadel & Faden“ starten in diesen Tagen. Die Teilnehmenden von „Selbstständig im Alter“ kommen ab 12. Juli wieder ins Haus oder wenn das Wetter es erlaubt in den Außenbereich, wo ein großes Zelt steht, und in den Garten. Für alles gilt natürlich ein verbindliches Hygienekonzept zum Schutz der Beteiligten.

Körperlich und geistig beweglich
Neben der Kreativität spielen die Gespräche im Haus der Jungen Alten eine große Rolle. „In den Gruppengesprächen werden alle Themen diskutiert, die gerade aktuell sind oder immer schon wichtig waren: das Verhältnis zwischen Jung und Alt, die Lebenskunst und kreative Kunst, Politik, Migration, Alt werden.“ sagt Patricia Deisel, die jedem, der Bedarf hat, auch Einzelgespräche zu persönlichen Fragen anbietet – Beratung inklusive. Und wer seine körperliche und geistige Beweglichkeit trainieren und erweitern will, für den gibt es bei „Wir Jungen Alten“ – jedenfalls in lockdownfreien Zeiten – die Möglichkeit, einen achtteiligen Yoga-Kurs zu belegen.

Ideen für die nahe Zukunft
Patricia Deisel will Angebote für Kinder und Familien entwickeln und damit auch ganz unterschiedliche Generationen ins Haus einladen. „Es wäre schön, wenn es uns gelänge, all die guten Geister zu wecken, die bei den Jungen Alten herumschwirren.“ Ein lebendiger Austausch von Talenten und Ideen schwebt ihr vor, neue Themen-Werkstätten gemeinsam entwickeln oder auch gemeinschaftliche Antworten auf die moderne Frage nach den Ressourcen finden, hält Deisel für eine spannende Vorstellung: „Jede und jeder bringt die Ressourcen ein, die ihr/ihm zur Verfügung stehen, und profitiert von den Ressourcen, die andere dazutun.“ Patricia Deisel träumt außerdem davon, ein einfaches Mittagessen anbieten zu können: „zusammen essen stiftet Beziehungen“. Sie kann kaum abwarten, dass es wieder losgeht.

Kontakt
Für alle, die Fragen zu „Wir Jungen Alten“ haben oder gern einmal vorbeikommen möchten, sind Patricia Deisel und Peter Freund die richtigen Ansprechpartner/in:

Wir Jungen Alten - Caritas
Frankfurter Str. 207
34134 Kassel
Tel.: 0561 / 47 18 52
E-Mail: wja@caritas-kassel.de

Bischof und Generalvikar rufen zu Corona-Schutzimpfungen auf

Gemeinsam rufen Bischof Dr. Michael Gerber (l.) und
Generalvikar Prälat Christof Steinert zu Corona-
Schutzimpfungen auf. Foto: Bistum Fulda
 

Aktuell können einige Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie zurückgenommen werden. Mit sinkenden und niedrigen Inzidenzzahlen gewinnen wir alle ein Stück Sicherheit und Freiheit zurück. Doch gilt es, dies auch über die Sommermonate hinaus in den Herbst und Winter zu retten. „Damit wir uns weiterhin persönlich begegnen und dabei uns und unsere Mitmenschen schützen können“, betonen Bischof und Generalvikar.

Hohe Impfbereitschaft
Menschliche Nähe und Ausdrucksformen des Glaubens, die viele lange schmerzlich vermisst haben, gelte es auch durch eine hohe Impfbereitschaft weiterhin zu ermöglichen: Gemeinsame Gottesdienste mit Gemeindegesang etwa, oder Besuche und Begegnungen in Seniorenheimen, gemeinsame Feiern und vieles mehr. Neben einer hohen Impfbereitschaft komme es dabei auch darauf an, ebenso freiwillig Testangebote wahrzunehmen und sich weiterhin an die bekannten Abstands- und Hygiene-Regeln zu halten.

Weltweite Solidarität
Angesichts der globalen Auswirkungen der Pandemie rufen Bischof Gerber und Generalvikar Steinert auch zur weltweiten Solidarität auf: „Wir unterstützen die Forderung der Weltgesundheitsorganisation, dafür Sorge zu tragen, dass auch die ärmeren Länder der Welt an ausreichend Impfstoff gelangen.“ Das bedeute ausdrücklich aber nicht die Freigabe der Patente, stellen sie klar. Hier müsse es andere Wege geben. „Denjenigen, die in großer Geschwindigkeit im vergangenen Jahr die Impfstoffe entwickelt haben, gebührt unser Respekt“, betonen Gerber und Steinert. Die Impfstoffhersteller bräuchten Sicherheit, vor allem auch für die notwendige Weiterentwicklung der Impfstoffe aufgrund der immer neuen Virus-Varianten.

Medieninformation des Bistums Fulda vom 16. Juli 2021

Bischöfliches Generalvikariat Fulda startet mit neuer Organisationsstruktur

Der Kernauftrag bleibt, die Menschen und die Gesellschaft haben sich verändert – und mit ihnen auch die Organisationsstruktur des Bischöflichen Generalvikariates. Das Ziel: Die Menschen von heute neu mit der frohen Botschaft in Verbindung zu bringen, die zahlreichen engagierten Akteure im Bistum Fulda dabei bestmöglich zu unterstützen und die Organisation zukunftsfähig zu machen für die zahlreichen Herausforderungen einer modernen Gesellschaft. Dafür musste die neue Kirchenverwaltung auf der Basis ihrer langjährigen Praxis und vor dem Hintergrund geringer werdender Ressourcen, Haushaltsmitteln und wachsender Aufgaben optimiert und für kommende Zeiten steuerungsfähiger als bisher gemacht werden.

Aufgaben und Kompetenzen neu bewertet und zugeordnet
Bischof Dr. Michael Gerber lobte den Prozess und das Ergebnis. Er dankte allen Beteiligten für ihr Engagement und zeigte Respekt vor dem Erreichten. „Der Umbau im bestehenden System war ein Riesenakt“, sagte er. „Vergleichbar mit dem Umbau einer Autobahnbrücke im fließenden Verkehr.“ Fachgruppen aus unterschiedlichen Bereichen haben Aufgaben und Kompetenzen neu bewertet und transparent zugeordnet, Formen der Zusammenarbeit erarbeitet sowie themenübergreifend-funktionale Teams gebildet, agile Methoden und innovative digitale Arbeitsmöglichkeiten eingeführt.

Erfahrungen aus den Bistümern Essen, Berlin und Würzburg
In die Entwicklung eingeflossen sind neben dem Wissen der Fachleute im Generalvikariat auch die Erfahrungen aus den Bistümern Essen, Berlin und Würzburg, die in den vergangenen Jahren ähnliche Prozesse angestoßen und vorangetrieben haben. „So konnten wir auf einem starken Fundament eine zeitgemäße Organisationsform aufbauen, die uns dabei unterstützt, unseren zahlreichen Aufgaben jetzt und in Zukunft auch weiterhin professionell nachkommen zu können“, betonte Generalvikar Christof Steinert.

Neue Dialogkultur
Vor allem wurde eine intensive Rückmeldungs- und Beteiligungskultur ins Leben gerufen, um in unterschiedlichen Dialogformaten allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Möglichkeit zu geben, ihre eigenen persönlichen Erfahrungen und Vorschläge in die Strukturentwicklung einfließen zu lassen.

Mehr als 90 Workshops
Die neue Organisationsstruktur entstand schließlich in einem Prozess mit vielen Gesprächsrunden, Arbeitstreffen und Umfragen bei den Beteiligten. In mehr als 90 Workshops wurden Vorschläge entwickelt, in 13 ausführlichen Teamsitzungen mit den wichtigen Sekretariatsmitarbeitenden der bisherigen Abteilungen und insgesamt 10 Infoveranstaltungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die neue Struktur ausgearbeitet und angepasst.

Transparente Strukturen
Im Bischöflichen Generalvikariat gibt es jetzt drei große Fachbereiche mit besonderen Fachstellen, einen Stabsbereich mit vier Stabsabteilungen und den Arbeitsbereich Weltkirche:

  • Der Fachbereich Ressourcen beinhaltet die Abteilungen Bauwesen, Immobilien sowie Finanzen und bistumsinterne Dienstleistungen. Hier finden sich u.a. Zentralrendantur, zentrale Services, Rechnungswesen, Vermögensverwaltung, IT und Immobilienmanagement.
  • Im Fachbereich Personal zentrieren sich die Abteilungen Personalentwicklung, Personalbegleitung und -verwaltung sowie u.a. die Fachstellen Aufarbeitung, Intervention, Prävention, Gleichstellung und Inklusion.
  • Der größte Fachbereich ist der Fachbereich Pastoral, Bildung, Kultur (PBK), der sich in vier Abteilungen gliedert: Kirchliches Leben, Bildung und Kultur, Jugend und junge Erwachsen und Lebensalter und Familie.
  • Der Stabsbereich mit den vier Stabsabteilungen - Kommunikation, Kanzlei, Recht und Strategie/Bistumsentwicklung - ist direkt dem Generalvikar zugeordnet.
  • Der Arbeitsbereich Weltkirche wird von Bischofsvikar und Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez verantwortet.

Räume für Innovationspotential geöffnet
Die neue schlanke und transparente Struktur und das daraus resultierende Organigramm wird jetzt an den Arbeitsplätzen von allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Leben gefüllt. Wo es nötig ist, wird in den kommenden Wochen und Monaten nachgebessert und weiterentwickelt. Schon heute gibt es aber auch das Modell, das die beschriebenen Strukturen erweitert und öffnet. Dabei sollen sich neue kreative Formen, Ideen und Innovationen auf allen Ebenen entwickeln, neue Räume öffnen und ihren Platz finden in einer Verwaltung, die die Dinge selbst in die Hand nimmt und ihre Gegenwart und Zukunft neu gestaltet.

Ab 1. Juli 2021
Die neue Organisationsstruktur im Bischöflichen Generalvikariat gilt seit dem 1. Juli. In Auftrag gegeben wurde sie von Bischof Dr. Michael Gerber mit dem Ziel, die vorhandene Kirchenverwaltung neu zu überdenken sowie den heutigen und künftigen Erfordernissen anzupassen.

Rat der Religionen kritisiert HNA-Artikel

Erklärung des Rats der Religionen Kassel

Unter dem Titel „Region Kassel von Islamisten unterwandert? Karte gibt neue Hinweise“(*) wurde am 31.05.2021 ein Artikel in der HNA veröffentlicht, der fast alle muslimischen Gemeinden in Kassel als Gefahrenpotenziale darstellt und auf der Recherche einer anonymen und fragwürdigen Gruppierung basiert. Eine ähnliche „Islam-Landkarte“ wurde vor einigen Wochen in Österreich präsentiert und umgehend vom Europarat gerügt. Der Kasseler Rat der Religionen sieht hier vor Ort den Versuch, mittels der Karte, welche von den Verursachern als „Islamism Map“ bezeichnet wurde, alle gläubigen Muslimas und Muslime Kassels als islamistisch, radikal oder nationalistisch zu diffamieren.

Seit den 1960er Jahren leben Angehörige des muslimischen Glaubens in unserer Stadt. Kassel ist schon längst zu ihrer Heimat geworden. Viele muslimische Gemeinden bieten jährlich am 3. Oktober den Tag der offenen Moscheean, unterstreichen so ihre Zugehörigkeit zur Stadtgesellschaft und ihren Willen zum Dialog. Deshalb entsenden die Gemeinden auch Vertreter in den Rat der Religionen der Stadt Kassel. Dieser versteht sich als freiwilliger Zusammenschluss der in Kassel vertretenen Religionsgemeinschaften und verfolgt das Ziel, den Stadtfrieden durch das Vorleben eines respektvollen, gleichberechtigten und friedlichen Miteinanders zu fördern und zu sichern.

Die Mitglieder des Rates lehnen jede Form von Diskriminierung, Terror und Gewalt ab. Zur Grundlage des gemeinsamen Handelns gehören die Achtung der Menschenrechte, die Unverletzlichkeit der Würde des Menschen und die Achtung des religiösen Bekenntnisses des jeweils Anderen.

An diesem offenen Dialog können alle Menschen teilhaben. Wir bitten alle Beteiligten und Akteure um einen angemessenen Umgang mit den Themen des Glaubens und der Glaubensgemeinschaften. Der Versuch einer Gleichsetzung des Islams mit dem Begriff Islamismus diskriminiert zu Unrecht tausende Menschen in Kassel.

Kassel, im Juni 2021

Der Sprecherrat

Mahmut Eryilmaz, Esther Haß, Dekanin Barbara Heinrich

(*) Im Titel der epaper-Ausgabe wurde nachträglich das Wort "neue" gelöscht.

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Hintergrund "Rat der Religionen"
Der Rat der Religionen der Stadt Kassel ist der freiwillige Zusammenschluss von Religionsgemeinschaften und Organisationen, die sich für die Förderung des interreligiösen Dialogs und das friedliche, gleichberechtigte Miteinander aller Menschen in Kassel einsetzen und jede Form von Diskriminierung, Terror und Gewalt ablehnen. Der Rat der Religionen verfolgt das Ziel, den Stadtfrieden durch das Vorleben eines respektvollen, gleichberechtigten und friedlichen Miteinanders zu fördern und zu sichern.

Sankt Familia beteiligt sich ebenfalls an HALTUNG ! ZEIGEN

"Für uns sind Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit mit dem Evangelium nicht vereinbar. Danach zu handeln, bedeutet für uns Haltung zeigen."

Das erklärt der Pfarrgemeinderat von Sankt Familia in seiner Videokonferenz am 14. Juni 2021 zur Bild-Botschaft-Aktion des Regierungspräsidiums Kassel.

Anwesend waren:
Birgitta Schwansee, Jacob Dieckhues, Regina Daum-Meemann, Birgit Weber, Christoph Baumanns, Kathrin Drescher-Matern, Andreas Zimmermann, Barbara Meyer, Pfr. Harald Fischer, Matthias Ammer, Gyde Botsch, Jean Marie Bangoura, Anke Engelhardt, Rainer Gersmeier.
(im Foto/Screenshot von links nach rechts, die Reihen von oben nach unten)

Todestag Dr. Walter Lübcke
Das Regierungspräsidium Kassel wirbt zum zweiten Jahrestag des Todes von Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke am 2. Juni mit der Aktion "Haltung zeigen!" für Demokratie und gesellschaftliches Engagement.

Pfarrgemeinderat St. Elisabeth macht mit bei HALTUNG ! ZEIGEN

Der Pfarrgemeinderat St. Elisabeth in #Kassel solidarisiert sich einstimmig mit der zivilgesellschaftlichen Aktion #haltungzeigen und veröffentlicht das Foto aus seiner Sitzung vom 9. Juni 2021:

Die PGR-Erklärung:
"Am 2. Juni jährte sich der gewaltsame Tod des hochgeschätzten Regierungspräsidenten Dr. Walter Lübcke zum zweiten Mal. Wir für Demokratie, für Menschenrechte, für ein buntes Kassel mit Menschen aus allen Völkern, Nationen und Kulturen und wir gegen Rechtspopulismus …!"

HALTUNG ! ZEIGEN - Bischof Gerber unterstützt Aktion des Regierungspräsidiums Kassel

Foto: Bistum Fulda / Burkhard Beintken

Unter dem Motto „Haltung zeigen“ beteiligt sich der Bischof von Fulda, Dr. Michael Gerber, an einer Aktion des Regierungspräsidiums Kassel. Er erinnert dabei an den vor zwei Jahren ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Dr. Walter Lübcke und tritt für christliche und demokratische Werte ein. Das Bild zur Aktion entstand an einem geschichtsträchtigen Ort.

Für Werte eintreten
„Haltung zeigen bedeutet für mich, für christliche und demokratische Werte einzutreten und die Stimme zu erheben, sei es gelegen oder ungelegen“, betont der Bischof von Fulda, Dr. Michael Gerber. Die Aktion „#haltungzeigen“ des Regierungspräsidiums Kassel unterstützt er darum gerne.

Erinnerung an Dr. Walter Lübcke
Das Regierungspräsidium Kassel erinnert damit an den gewaltsamen Tod des Regierungspräsidenten Dr. Walter Lübcke vor zwei Jahren. Gemeinsam mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Behörde werben dazu Personen des öffentlichen Lebens für Demokratie und gesellschaftliches Engagement.

Geschichtsträchtiger Ort
Für seinen Beitrag zu der Aktion hat sich Bischof Dr. Michael Gerber einen geschichtsträchtigen Ort ausgesucht: Das Bild dazu entstand auf einer Wendel-Treppe, die verborgen im hinteren Teil des Fuldaer Bischofshauses zur Michaelskirche führt. Auf diesem Weg gelangten seinerzeit mit Helmut James Graf Moltke und Pater Alfred Delp SJ Vertreter des Kreisauer Kreises heimlich zum damaligen Bischof von Fulda, um im Vorfeld des 20. Juli 1944 über die Möglichkeiten eines Umsturzes zu sprechen. Damals hatte es durch ein Attentat auf Adolf Hitler einen Umsturzversuch des militärischen Widerstandes um Claus Schenk Graf von Stauffenberg gegeben. „Das Fuldaer Bischofshaus ist damit einer der Orte, an denen das Wertegefüge für Deutschland nach 1945 vorausgedacht wurde“, betont Bischof Gerber: „Die Werte des Grundgesetzes zu leben und gegen Angriffe zu verteidigen ist die bleibende Aufgabe von uns.“

Medieninformation des Bistums Fulda vom 08.06.2021

Keine Abschiebungen bei drohenden Menschenrechtsverletzungen

So äußern sich im Vorfeld der 214. Sitzung der Ständigen Konferenz der Innenminister und -senatoren der Länder (16.–18. Juni 2021) der kommissarische Vorsitzende der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz, Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB (Paderborn), und der Präsident des Deutschen Caritasverbandes, Prälat Dr. Peter Neher:

„Menschen dürfen nicht sehenden Auges in die Gefahr schwerster Menschenrechtsverletzungen gebracht werden. Aus kirchlicher Perspektive steht fest: Die Rückkehr von geflüchteten Menschen in ihr Herkunftsland muss immer in Sicherheit und Würde erfolgen. Das ist aktuell insbesondere in Afghanistan und Syrien keinesfalls gewährleistet. In diese Länder sollte niemand zurückgeschickt werden.“

„Die Sicherheitslage in Afghanistan ist in den letzten Jahren zunehmend prekärer geworden. Durch den NATO-Truppenabzug wird sie noch unübersichtlicher und fragiler. Abschiebungen nach Afghanistan müssen deshalb ausgesetzt werden“, erklärt Weihbischof Meier. Seit Anfang Mai 2021 wird von täglich 80 bis 120 Angriffen der Taliban auf afghanische Ziele berichtet. Damit steigt die Zahl der zivilen Opfer wieder sprunghaft an. Hinzu kommt, dass die Sicherung des Lebensunterhalts nahezu unmöglich ist. „Allen abgeschobenen Personen droht Verelendung. Abschiebungen nach Afghanistan sind daher mit der Europäischen Menschenrechtskonvention nicht vereinbar“, erläutert der kommissarische Vorsitzende der Migrationskommission.

Desolate Lage auch in Syrien
Auch von Abschiebungen nach Syrien ist dringend Abstand zu nehmen. „Sowohl die politische als auch die humanitäre Situation in Syrien lässt keine Abschiebung zu, egal aus welchen Gründen“, ergänzt Prälat Neher. „Der Bürgerkrieg ist nach wie vor nicht beendet, ca. 80 bis 90 Prozent der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze und schätzungsweise 13 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen“, so Prälat Neher weiter. Der Lagebericht des Auswärtigen Amtes weist ebenfalls auf die desolate Lage hin. Allen Rückkehrern drohen in allen Landesteilen Syriens unmenschliche und erniedrigende Behandlung bis hin zur Folter.

In Zeiten der Pandemie sind Abschiebungen noch weniger vertretbar.
„Die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie erschweren die Situation der von Abschiebung betroffenen Menschen weltweit“, so Weihbischof Meier. Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie machen es Rückkehrern derzeit in vielen Ländern nahezu unmöglich, auf dem lokalen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. In nahezu allen Staaten, in die aktuell Abschiebungen stattfinden, ist das Gesundheitssystem für die Bekämpfung der Pandemie schlecht ausgerüstet. „Abschiebungen unter den Bedingungen der Corona-Pandemie sind verantwortungslos“, betont Prälat Neher.

Hinweise:
Die katholische Kirche steht, insbesondere mit ihren Werken und über den Deutschen Caritasverband und seine Einrichtungen und Dienste, Migranten und Flüchtenden mit vielfältigen Angeboten zur Seite. Dies gilt in Deutschland für die Integration in Gesellschaft und Arbeitsmarkt ebenso wie für Fragen rund um Rückkehr und Abschiebung und es gilt in den Herkunfts- und Transitländern.

 

Poem of Pearls: Birthe Blauth in der Elisabethkirche 2022

„Birthe Blauth begeistert mit ihrem Vorschlag, der uns den Raum der Elisabethkirche neu wahrnehmen lässt. Mit ihren künstlerischen Eingriffen löst sie eine Fülle an inneren Bildern und Gedanken aus, die tief in die Tradition christlicher Bildwelten führen, und zugleich eine Reise zum eigenen Selbst ermöglichen.“, begründet Martin Matl, Diözesanbaumeister und -konservator des Bistums Fulda, die Entscheidung für die Münchener Künstlerin.

Birthe Blauth freut sich sehr darauf, ihr Konzept für die Elisabethkirche zu verwirklichen: „Ich arbeite gerne mit der Architektur und mit der Bedeutung und Funktion eines Raums. In der Elisabethkirche ist durch die seitliche Öffnung der Kirche in Gartenhöfe und die Funktion als Sakralraum der Keim des Paradiesgartens für mich schon vorhanden.“

Ein weiter Raum
„Poem of Pearls“ heißt die Installation, die Vorplatz, Haupt- und Seitenschiffe umfasst. Auf dem Vorplatz wird ein Labyrinth aufgemalt, das zum Abgehen einlädt. Eine Übergangszone im Eingangsbereich führt vom Lärm des Friedrichsplatzes in die Stille der Elisabethkirche. In diesem Zwischenraum werden die Besucher/innen gebeten, sich die Schuhe auszuziehen oder die zur Verfügung stehenden Schutzüberzieher zu nutzen. Denn ein Betreten der Kirche mit Straßenschuhen in der Zeit von „Poem of Pearls“ ist nicht angesagt: Haupt- und Seitenschiffe sind dann komplett mit Kunstrasen ausgelegt. Auch die derzeit verwendeten Stühle werden ausgelagert. Wer einen Stuhl möchte, kann ihn sich aus dem Übergangsbereich in die Kirche mitnehmen. Im weiten freien Raum steht eine Schale mit Perlen. Birthe Blauth: „Die Besucherinnen und Besucher können vom Labyrinth auf dem Vorplatz bis in den Paradiesgarten mit der Perlenschale eine spirituelle Reise unternehmen. Als Symbol und Erinnerung nehmen sie eine Perle mit nach Hause. Poem of Pearls lädt zum Nachdenken ein, zum Auf-dem-Weg-sein und zum Genießen mit allen Sinnen.“ Die Perlen geben der Installation den Namen „Poem of Pearls“. „Poem meint nicht schöne Verse“, erläutert Projektleiter Christoph Baumanns, „sondern wie in der Redensart ‚etwas ist ein Gedicht‘, also etwas Außergewöhnliches wird in seiner Eigenart überaus deutlich."

Birthe Blauth
Birthe Blauth promovierte an der LMU München in Sinologie, Ethnolgie und Kunstgeschichte mit dem Schwerpunkt Religionsethnologie. Seit 2003 arbeitet sie als Künstlerin. Sie beschäftigt sich mit den Mustern und Gesetzen, die unsere Wahrnehmung bestimmen, mit denen wir unser Umfeld strukturieren und unsere Kultur entwickeln. Sie hat für ihre Arbeiten zahlreiche Auszeichnungen bekommen, zum Beispiel den HausderKunstPreis oder den Dr. Theobald-Simon Preis. Sie war Residentin am renommierten International Studio & Curatorial Program in Brooklyn / New York. Seit Jahren ist sie in zahlreichen internationalen Ausstellungen vertreten.

Radikal poetisch
„Birthe Blauth hat mit ihrem Vorschlag viel Zuspruch in unserer Kirchengemeinde gefunden“, berichtet Georg Klein, Sprecher des Pfarrgemeinderates der Pfarrei St. Elisabeth, zu deren vier Kirchorten die Elisabethkirche gehört: „Wir freuen uns auf diesen radikalen und zugleich poetischen Eingriff in den Kirchenraum. Die neue Raumerfahrung geht in wunderbarer Weise auf die Architektur ein, bei der der Architekt bewusst neben dem damals modernen Baumaterial Beton mit Glas und Ziegelsteinen eine Ergänzung durch zwei grüne Seitenhöfe geschaffen hat.“
Die Kunsthistorikerin Michaela Tünnemann ist Mitglied der Vorbereitungsgruppe und wird die Führungen zu Poem of Pearls mitgestalten. Ihr gefällt an der Kunst, dass sie Verborgenes durch Verfremdung sichtbar macht: „Birthe Blauths künstlerische Idee wird den Kirchenraum stark verändern. Dadurch entstehen Gedanken, Gefühle, Begegnungen und Irritationen, die wir bei den Führungen in aller Freiheit und Offenheit thematisieren wollen.“
Für Pastoralreferent Stefan Ahr vom Dekanatsteam Kassel-Hofgeismar unterstreicht Birthe Blauths Installation den einladenden Charakter der Elisabethkirche am Friedrichsplatz: „Im Trubel der documenta ist die Elisabethkirche, wie bei den vorherigen Ausstellungen, ein Raum der Stille und Erholung - offen und einladend unterschiedslos für alle Besucher/innen. Diese Gastfreundlichkeit gehört zu den Grundvollzügen von Kirche.“

Ein eigener Raum für Gegenwartskunst
Wie schon 2002, 2007, 2012 und 2017 nehmen das Bistum Fulda und die Katholische Kirche Kassel auch 2022 die documenta-Zeit als Gelegenheit wahr, einen eigenen Raum für Gegenwartskunst zu öffnen: die Elisabethkirche am Friedrichsplatz. 2012 sorgte die Turmfigur von Stephan Balkenhol für Aufsehen und eine heftige Debatte in Kassel. Zu Anne Gathmanns Installation „Statik der Resonanz“, einem Band aus mehr als viertausend Aluminiumelementen, das in Form einer Kurve das ganze Kirchenschiff durchmaß, kamen rund 58.000 Besucher/innen. Für Diözesanbaumeister Martin Matl sind die Bilder und Räume der Kirche stets mehr als eine bloße Erfüllung von zugewiesenen Funktionen: „Das Bistum Fulda engagiert sich für den Dialog zwischen Kirche und Kunst, weil dort Formen und Bilder entstehen können, die aus alltäglichen Zwängen hinausführen und die Weite des Daseins erschließen. Die Kunst der Gegenwart kann Diskussionen und Erfahrungen anstoßen, die wir in Kirche und Gesellschaft immer neu brauchen.“ PGR-Sprecher Georg Klein ist überzeugt: „Poem of Pearls wird im documenta-Sommer nicht nur den Raum der Elisabethkirche verändern, sondern auch die Menschen, die ihn besuchen.“

Ausstellungsdaten:
Elisabethkirche, Friedrichsplatz 13, 34117 Kassel
Geplante Eröffnung: Pfingstsamstag, 4. Juni 2022
Geplanter Abschluss: Sonntag, 2. Oktober 2022
Geplante Öffnungszeiten: mo-sa: 11 bis 20 Uhr, so: 12 bis 20 Uhr
Begleitprogramm in Planung: u.a. Vorträge, Gespräche und Konzerte
Eintritt zur Ausstellung und zu allen Begleitveranstaltungen: frei.

Im Internet:
Ausführliche aktuelle Informationen zur Ausstellung 2022 und ab Anfang 2022 auch zum Begleitprogramm gibt es auf

Die docKIK [5] 2022 Vorbereitungsgruppe
Stefan Ahr (Pastoralreferent Dekanat Kassel-Hofgeismar)
Dr. Marco Bonacker (Leiter komm. Erwachsenenbildung Bistum Fulda)
Dechant Martin Gies (Dekanat Kassel-Hofgeismar)
Meinrad Ladleif (Architekt, Künstler)
Marcus Leitschuh (Pfarrei St. Elisabeth)
Martin Matl (Diözesanbaumeister)
Rana Matloub (Künstlerin, Kunstdozentin Uni Erfurt)
Dr. Burghard Preusler (Diözesanbaumeister i.R.)
Birgitta Schwansee (Künstlerin und Grafikerin)
Michaela Tünnemann (Katholische Hochschulgemeinde Kassel-Witzenhausen, Kunsthistorikerin)
Gast: Beatrix Ahr (Dipl. theol., Pastoralreferentin, Mentorin Uni Kassel)
Christoph Baumanns (docKIK-Sprecher, Projektleitung, Leitung Kommunikation)

Pfarrer-Wechsel in St. Antonius von Padua

Dechant Martin Gies, derzeit Pfarrer der Pfarrkuratien Heilig-Kreuz in Fuldatal und St. Wigbert in Reinhardshagen, und Klinikseelsorger Thomas Meyer wechseln Mitte August gemeinsam ins Pfarramt der Pfarrei Sankt Antonius von Padua.

Schon Anfang des Jahres wurde bekannt, dass sich die Ordensgemeinschaft der Salesianer Don Boscos (SDB) aus der Pfarrseelsorge in Kassel-Ost zurückzieht.

Am 15. August verlassen dann die beiden Patres Piotr Polkowski (54) und Dr. Jacek Pajewski (58) die erst am 1. Januar 2019 gegründete Pfarrei St. Antonius von Padua. Sie besteht aus den früheren Kirchengemeinden St. Andreas und St. Kunigundis Kassel, St. Heinrich Kaufungen, St. Johannes Bosco Lohfelden und hat etwa 10.000 Mitglieder.

Menschenrecht statt Moria - Menschenrechtsverletzungen beenden

Foto: Screenshots menschenrecht-statt-moria.de

pax christi kritisiert gemeinsam mit wichtigen katholischen, ökumenischen und zivilgesellschaftlichen Partnern die verschärfte Politik der Migrationsabwehr an den Außengrenzen der EU, weil diese zunehmend von der Missachtung des Völkerrechts und Verstößen gegen die Genfer Flüchtlingskonvention gekennzeichnet ist. Zu Ostern startet die Kampagne „Menschenrecht statt Moria“. Vom 1. April bis zur Bundestagswahl am 26. September 2021 werden Aktionen durchgeführt und per Brief und Gespräch der Dialog mit dem Deutschen Bundestag gesucht.

Abschottungspolitik
„Wir erleben eine Abschottungspolitik an den EU-Außengrenzen, die von massiver militärischer Aufrüstung an Land, im Wasser und durch eine international vernetzte Überwachungstechnik geprägt ist. Schutzsuchende werden durch diese Politik jeden Tag entrechtet. In den sogenannten Hotspots müssen die Geflüchteten unter menschenunwürdigen Bedingungen leben,“ kritisiert die pax christi-Bundesvorsitzende Stefanie Wahl und benennt die Forderungen der Kampagne:

  • „Die Kampagne „Menschenrecht statt Moria“ fordert den sofortigen Stopp dieser illegalen Praxis.
  • Lager wie Moria an den EU-Außengrenzen sollen sofort evakuiert und die Geflüchteten aus humanitären Gründen in Deutschland aufgenommen werden.
  • Die Bundesregierung muss die Aufnahme dieser Menschen durch Städte und Kommunen, die sich zu sicheren Häfen und für die Aufnahme der Geflüchteten bereit erklärt haben, endlich ermöglichen.
  • Illegale Pushbacks und Gewalt gegen Geflüchtete sind zu stoppen!“

Schnelle und unbürokratische Hilfe
Karlies Abmeier, die Vorsitzende des Diözesanrates der Katholiken im Erzbistum Berlin betont: „Den Menschen an den europäischen Außengrenzen muss schnell und unbürokratisch geholfen werden. Die Menschenrechte müssen die Richtschnur für die Asylpolitik in der Europäischen Union sein, deshalb unterstützen wir als Diözesanrat die Kampagne.“

Viele Kinder und Jugendliche unter menschenunwürdigen Bedingungen
Paul Hintzke, der Diözesanvorsitzende des BDKJ Hildesheim erklärt: “Weiterhin leben tausende Geflüchtete in Lagern wie Moria unter menschenunwürdigen Bedingungen. Darunter viele Kinder und Jugendliche. Aussicht auf Besserung liegt in weiter Ferne - die Politik sieht weg. Die politische Aufmerksamkeit muss sich auf die Menschenrechte in Moria und anderswo richten. Flüchtlingspolitik darf keine Randnotiz bei der kommenden Bundestagswahl sein. Wir müssen über Perspektiven für Geflüchtete sprechen und diese so schnell wie möglich umsetzen.”

Auch der Katholikenrat im Bistum Fulda unterstützt die Kampagne.

Pressemitteilung 31.03.2021 zum Kampagnenstart am 01.04.2021

Caritas-Aktion FAIRteilen

Mit der Aktion FAIRteilen sammelt der Caritasverband Nordhessen-Kassel Geldspenden, um bedürftige und mittellose Menschen wie zum Beispiel Wohnungslose in Kassel kostenfrei mit FFP2 Masken auszustatten.

Masken kaufen
Die Kasseler Markthalle hat zusammen mit dem regionalen Maskenhersteller Satiata und Richter Gebäudedienste eine Spendenaktion gestartet, die die Aktion FAIRteilen des Caritasverbandes Nordhessen-Kassel unterstützt. Hierbei verkaufen einzelne Stände FFP2 Masken an die Markthallen-Besucher*innen. Vom Erlös werden je FFP2 Maske jeweils 1 € an den Caritasverband gespendet. Die angebotenen FFP2 Masken sind laut Hersteller EU-konforme, zertifizierte Atemschutzmasken aus Deutschland mit einer Filterleistung von mind. 95 %.

Masken verteilen
Der Caritasverband nutzt die Spendeneinnahmen aus dieser Aktion zu 100%, um davon ebenfalls FFP2 Masken zu kaufen und sie an mittellose Menschen wie Obdachlose kostenfrei zu verteilen. „Wer eine FFP2 Maske aus dieser Aktion in der Kasseler Markthalle kauft, profitiert von einer hohen Qualität zu einem unschlagbaren Preis und unterstützt dabei gleichzeitig den Gesundheitsschutz Bedürftiger“, freut sich Caritas-Geschäftsführer Alexander Ponelies über das Zusammenwirken von Maskenhersteller Satiata, Sponsor Richter Gebäudedienste, Caritas und hilfsbereiten Besucher*innen der Markthalle.

Masken für bedürftige Menschen in Kassel
"Ziel von FAIRteilen ist, dass alle Menschen in Kassel sich gleichermaßen mit FFP2 Masken vor einer Virusinfektion durch Corona schützen können, ganz unabhängig von ihrer individuellen Lebenssituation“, erklärt Ponelies.

Die Aktion FAIRteilen kann auch mit direkten Geldspenden an den Caritasverband Nordhessen-Kassel unterstützt werden:

Caritasverband Nordhessen-Kassel e.V.
Kasseler Sparkasse
IBAN: DE37 5205 0353 0000 0189 66
Swift-BIC: HELADEF1KAS
Verwendungszweck "Aktion FAIRteilen"
Wer eine Spendenquittung wünscht, gebe bitte den vollständigen Namen und die Adresse an.

Hintergrund:
Die Caritas-Aktion FAIRteilen findet unter dem Motto #DasMachenWirGemeinsam statt und nimmt Teil an der Jahreskampagne 2021 des Deutschen Caritasverbandes

Katholische Frauen sind sich einig: „Das System muss dringend verändert werden“

In der Stellungnahme der Frauenverbände heißt es:

Sexualisierte Gewalt in jeder Form ist eine Sünde
Die Pressekonferenz [zur Veröffentlichung des Gutachtens am 18. März 2021] hat deutlich gezeigt, dass eine rein juristische Begutachtung der Vorgänge nicht ausreicht – auch im Hinblick auf die katastrophale Aktenlage. „Das Erwartbare ist passiert. Die noch im Erzbistum in Amt und Würden stehenden Kleriker, denen Pflichtverletzungen nachgewiesen wurden, sind suspendiert. Damit allein ist es jedoch nicht getan. Was uns besonders bestürzt: Bei Lai*innen wurden sofort arbeitsrechtliche Konsequenzen gezogen; bei Klerikern nicht. Um es deutlich zu sagen: Sexualisierte Gewalt in jeder Form ist eine Sünde, kein Kavaliersdelikt“, sagt Elisabeth Bungartz, Vorsitzende des kfd-Diözesanverbands Köln.

Der Missstand liegt vor allem im System.
„Der Missstand liegt vor allem im System. Die katholische Kirche als Institution muss alles tun, um solche Straftaten zu verhindern und Täter*innen zu ahnden. Das heißt konkret: Strukturen müssen verändert werden, Hierarchie muss abgebaut werden und die Bistumsleitung muss, auch hier in Köln, die Verantwortung für den Transformationsprozess übernehmen“, so Rotraut Röver-Barth, Vorsitzende des KDFB-Diözesanverbands Köln.

Köln sollte eine Mahnung für die deutschen Bischöfe sein
„Die Kirche ist nicht in der Lage, Straftaten und deren Vertuschung in ihren Räumen selbst aufzuklären. Das hat Köln gezeigt. Nur eine unabhängige Wahrheits-und Gerechtigkeitskommission kann Licht in das Dunkel bringen. Die Tragödie, die wir in Köln erleben, wird sich in anderen Bistümern wiederholen. Köln sollte eine Mahnung für die deutschen Bischöfe sein“, sagt Maria Mesrian, Sprecherin von Maria 2.0 Rheinland.

Neuanfang dringend nötig
Die katholischen Frauen sind sich einig, dass ein Neuanfang in der katholischen Kirche dringend nötig ist. Nur mit dem ehrlichen und aufrichtigen Willen zur Aufklärung, dem Schuldeingeständnis der Täter, der Übernahme von persönlicher Verantwortung und dem unbedingten Willen aller Beteiligten vor allem strukturell präventivzu handeln, kann dies gelingen.

KDFB Diözese Köln • kfd Diözesanverband Köln • Maria 2.0 Rheinland • KDFB Bundesverband • kfd-Bundesverband
Die Forderungen werden unterstützt von der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) – Bundesverband e.V., dem Katholischen Deutschen Frauenbund e.V. (KDFB) und Maria 2.0 Kassel.

Segen will weitergegeben sein (Dietrich Bonhoeffer)

Die "Note" der vatikanischen Kongregation für die Glaubenslehre, dass Segnungen von Verbindungen von Personen gleichen Geschlechts nicht erlaubt seien, ist in Deutschland auf großen Widerspruch gestoßen.

Nicht akzeptabel
Auch in Kassel hat das Dekanatsleitungsteam, Pfr. Harald Fischer und Maria 2.0 Kassel eindeutig Position gegen die Note aus dem Vatikan bezogen. „Für mich als Theologen ist die Haltung, die in dem Vatikandokument geäußert wird, nicht akzeptabel“, sagt Pastoralreferent Stefan Ahr vom Dekanat Kassel-Hofgeismar der HNA-Autorin Katja Rudolph. Ahr hat sich gemeinsam mit Dechant Martin Gies und Pastoralreferentin Beatrix Ahr einer Unterschriftenaktion angeschlossen, zu der zwei Priester aus Würzburg und Hamm aufgerufen hatten. In dem Aufruf erklären die Unterzeichnenden öffentlich ihre Bereitschaft, Segensfeiern für homosexuelle Paare abzuhalten.

Schwer erträglich
Auch Pfarrer Harald Fischer von der Kasseler Gemeinde Sankt Familia hat den Aufruf mitunterzeichnet. Ihn beschämt es, die verschiedenen Mails und Anrufe von Menschen aus der Gemeinde mitzuerleben, die zeigen, wie gekränkt und verletzt die Menschen sind: "Es ist schwer erträglich mitanzusehen, wie sich unsere Kirche in vielen Bereichen immer mehr vom Geist der Jesus-Botschaft entfernt."

Wissenschaftliche Stellungnahme
Mehr als 200 Professorinnen und Professoren der Theologie - darunter auch Prof. Dr. Mirja Kutzer, Prof. Dr. Ilse Müllner und Prof. Dr. Annegret Reeese-Schnitker vom Institut für katholische Theologie der Universität Kassel - haben eine Stellungnahme unterzeichnet, die die Position der Glaubenskongregation und die Qualität der Argumentation kritisiert. In dem Text der Theologinnen und Theologen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz heißt es: "Der Text [der Glaubenskongregation] ist von einem paternalistischen Gestus der Überlegenheit geprägt und diskriminiert homosexuelle Menschen und ihre Lebensentwürfe. Von dieser Position distanzieren wir uns entschieden. Wir gehen demgegenüber davon aus, dass das Leben und Lieben gleichgeschlechtlicher Paare vor Gott nicht weniger wert sind als das Leben und Lieben eines jeden anderen Paares."

Auch andere Positionen in Kassel
Dagegen teilt Pfarrer Paul Schupp von der Gemeinde St. Maria am Bebelplatz die Einschätzung der Glaubenskongregation. Auch wenn er Homosexuelle und ihre Entscheidung zusammenzuleben, wertschätzt, kommt für ihn eine Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften nicht in Frage. Schupp will das Missverständnis vermeiden, dass es sich dabei um eine Eheschließung und damit um ein Sakrament handeln könnte.

Klare Forderung von Maria 2.0 Kassel: Segen für gleichgeschlechtliche Paare
Maria 2.0 Kassel fordert ebenfalls den kirchlichen Segen für gleichgeschlechtliche Paare. Die Inititative von Frauen aus dem Dekanat Kassel-Hofgeismar erklärt zur vatikanischen Note:

"Maria 2.0 Kassel unterstützt diejenigen katholischen Pfarrer aus Kassel sowie ihre Dekanatsleitung, die klare Worte zu der Weisung der römischen Glaubenskongregation vom 16.03.21 gefunden haben. Diese enthält das Verbot einer Segnung gleichgeschlechtlicher Paare, wenn diese ihre Liebe mit dem Versprechen gegenseitiger Treue unter den besonderen Segen Gottes stellen wollen. Maria 2.0 Kassel verweist auf ihre kürzlich bundesweit an die Kirchenportale angehefteten „ThesenMaria 2.0“ - u.a. mit der Forderung nach wertschätzender Haltung und Anerkennung gegenüber selbstbestimmter achtsamer Sexualität und Partnerschaft. Eine ausschließliche Segnung einzelner Personen als spitzfindige Hintertür statt der Segnung eines gleichgeschlechtlichen Paares lehnen sie als unzureichend und diskriminierend ab."

Hintergrund
Auszug aus dem Text der Glaubenskongregation vom 22. Februar 2021:
"Um der Natur der Sakramentalien zu entsprechen, ist es deshalb erforderlich, dass, wenn über einige menschliche Beziehungen ein Segen herabgerufen wird, abgesehen von der rechten Absicht derjenigen, die daran teilnehmen, die zu segnende Wirklichkeit objektiv und positiv darauf hingeordnet ist, die Gnade zu empfangen und auszudrücken, und zwar im Dienst der Pläne Gottes, die in die Schöpfung eingeschrieben und von Christus dem Herrn vollständig offenbart sind. Mit dem Wesen der von der Kirche erteilten Segnung ist daher nur vereinbar, was an sich darauf hingeordnet ist, diesen Plänen zu dienen.
Aus diesem Grund ist es nicht erlaubt, Beziehungen oder selbst stabilen Partnerschaften einen Segen zu erteilen, die eine sexuelle Praxis außerhalb der Ehe (das heißt außerhalb einer unauflöslichen Verbindung eines Mannes und einer Frau, die an sich für die Lebensweitergabe offen ist) einschließen, wie dies bei Verbindungen von Personen gleichen Geschlechts der Fall ist."

Hessen hat Platz - Landesaufnahmeprogramm jetzt! - Unterzeichnen Sie Petition!

Seit Jahren ist die katholische Kirche im Dekanat Kassel-Hofgeismar mit Kirchengemeinden und der Arbeit der Caritas in der Flüchtlingsarbeit engagiert. "Aus der alltäglichen Arbeit und besonders aus der Begegnung mit geflüchteten Menschen kennen wir das Leid, den Überlebensmut und den Lebenswillen der Flüchtlinge", sagt Pastoralreferent Stefan Ahr vom Dekanatsteam Kassel-Hofgeismar und fügt hinzu: "Gleichzeitig wissen wir um die oftmals menschenunwürdigen Zustände in den Lagern nicht nur in Lesbos."

Erstunterzeichner
Deshalb gehört das Dekanat zu den Erstunterzeichnern der Petition "Hessen hat Platz - Landesaufnahmeprogramm jetzt!", das die Seebrücke Kassel initiiert hat.

In der Petition wird die hessische Landesregierung aufgefordert, endlich ein Landesaufnahmeprogramm für fliehende und geflüchtete Menschen umzusetzen. Stefan Ahr ist überzeugt, dass es unbürokratische und schnelle Hilfsbereitschaft braucht, auch vor den europäischen Lösungen.

Bischof Gerber: Mehr Aufmerksamkeit für Schicksal der Flüchtlinge
Beim Online-Akademieabend "Mehr Aufmerksamkeit für Schicksal der Flüchtlinge" im Bonifatiushaus Fulda Anfang Februar richtet der Fuldaer Bischof Dr. Michael Gerber den Blick auf die persönlichen Dramen, die die Menschen auf Moria und an ähnlichen Orten erleben und benannte sie als „mahnende Marker“, die uns anleiten sollen, intensiver hinzuschauen. Flüchtlingslager dürfen nicht zu „vergessenen Orten“ werden.  „Was bedeutet es für die Menschen, wenn ganze Regionen faktisch aufgrund der politischen Situation unbewohnbar sind? Wo sind die Geflüchteten, die zu uns kommen, in Relation zur dem, was sich in anderen Ländern abspielt?“, so der Bischof. Gerber berichtete von persönlichen Begegnungen und betonte, dass es in afrikanischen Ländern 18 Millionen Binnenflüchtlinge gibt – davon 100.000 allein in einem Land wie zum Beispiel Burundi: Setzt man die Zahlen in Relation zu den 10 Millionen Einwohner Jordaniens, die 750.000 Geflüchtete haben, müsste Deutschland umgerechnet ca. 6 Millionen Geflüchtete beherbergen, die tatsächliche Anzahl liegt derzeit hingegen nur bei rund 1,5 Millionen.

Bestärkt durch die Enzyklika "fratelli tutti"
Für Dechant Martin Gies, Pastoralreferent Stefan Ahr und Pastoralreferentin Beatrix Ahr ist die Petition mit ihrer Analyse und ihren Forderungen weitgehend deckungsgleich mit der neuen Enzyklika "fratelli tutti" von Papst Franziskus. Stefan Ahr: "Auch wenn das Land Hessen ohne den Bund in der Flüchtlingspolitik wenig Spielraum hat, ermutigt die Unterstützung der Petition doch Politikerinnen und Politiker, sich im Sinn der Enzyklika für die Würde und die Rechte von geflüchtetetn Brüdern und Schwestern offensiv einzusetzen."

  • Geplant ist, die > Petition in einer Pressekonferenz dem Hessischen Landtag und dem Petitionsausschuss zu überreichen. Die Namen der Erstunterstützer sind am Ende der Petition aufgeführt.

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